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die Rettungssemmel |
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BROT & SPIELE – 36 BROTVARITIONEN Von KlAUS WENINGER
Der Künstler Klaus Weninger aus Kufstein hat 36 Objekte aus Semmeln gestaltet. So eine Semmel
der Kufsteiner Klaus weninger ist seit 25 jahren freischaffend in den bereichen Grafik, malerei und objekt tätig. In seiner jüngsten öffentlichen Ausstellung zeigte weninger 36 brotvariationen, denen „letztlich allen das gleiche zugrunde liegt: das leben“, fasst es Klaus weninger zusammen. basiselement aller objekte war deshalb ein werkstoff, der den begriff „leben“ besonders stark symbolisiert: brot. und im Fall von Klaus weninger eine urösterreichische Variation des brotes, die Kaisersemmel. Aus den einzelnen Semmeln entstanden durch Hinzunahme zusätzlicher, meist dem Alltag entnommener materialien oder durch extreme Verfremdung ständig neue Kontexte und unterschiedliche Kunstwelten. eine Kaisersemmel hat Klaus weninger zwar nicht unmittelbar dem Roten Kreuz gewidmet, dennoch aber Symbole verwendet, die einem Rot-Kreuzler natürlich unweigerlich ins Auge stechen. „Semmel ist brot, ist Symbol für leben. bei der Semmel schützt die Haut den weichen Kern. brot ist verletztlich. eine Semmel wird aber auch vom bäcker so gefertigt, dass man sie leicht teilen kann“, erzählt Klaus weninger. das uralte Symbol des „geteilten brotes“ ist ebenfalls ein wichtiger bestandteil seiner kreativen überlegungen. „man kann das brot und somit auch leben teilen.“ weitere Informationen zur aktuellen Arbeit der 36 brotvariationen erhält man jederzeit vom Künstler selbst. Klaus weninger ist jahrgang 1961 und lebt in Kufstein. Kontakt erhält man unter klaus.weninger@kufnet.at per e-mail. Reproduktion: Kitzbüheler Fotohaus.
Manchmal wird einem die unerwartete, wunderschöne Gelegenheit geboten, sich mit dem auseinander zu setzen, was man macht. So eine Gelegenheit ist die „Rettungssemmel“ des Kufsteiner Künstlers Klaus Weninger gewesen. Auch wenn er dieses Kunstobjekt nicht so benannt hat, so ist das persönliche Betrachtungsbild des Einzelnen in der Kunst immer zulässig. Und steht ein Rot-Kreuz-Sanitäter vor diesem Bild, was anders als eine „Rettungssemmel“ könnte es dann sein? das leben teilen Klaus Weninger hat einige interessante Thesen zu diesem „Semmelobjekt“ geäußert. Die Teilung des Brotes kommt in vielen Kulturen, Religionen und Mythen vor. Im Zentrum dieser Brotform steht ein Stern, der dieses „LEBENS- MITTEL“ in genau gleiche Teile aufteilt. Welch ein schöner Gedanke für einen Rot- Kreuzler, das Leben mit anderen zu teilen. Das hat mir von Beginn an gefallen. An der Rettungssemmel. Im Gespräch mit dem Künstler entstanden dann noch andere Ideen. Verknüpfungen zur Arbeit im Roten Kreuz, an die man im täglichen Leben, im täglichen Arbeiten eigentlich nie denkt. Inzwischen beim tirolerischen „Du“ mit dem Künstler, meint Klaus Weninger: „Das Rote Kreuz auf diesem Objekt symbolisiert für mich auch die schweren Leiden, die wir manchmal in unserem Leben zu tragen haben. Manchmal wird uns alles zu schwer. Wir sind dann dankbar, wenn wir kompetente, tatkräftige Unterstützung finden. Ich persönlich glaube, dass uns in der Not und Verzweiflung immer ein Engel zur Seite gestellt wird. Meint Klaus Weninger. Einen Engel? Das bekäme ich doch gerne etwas näher erklärt. So ein Ding mit Flügeln und weißem Gewand? Klaus lacht. „Einen Engel. Einen Menschen, der bereit ist, sein Leben mit anderen zu teilen. Der bereit ist, ein Stück von seiner Zeit, seiner Energie, seiner Menschlichkeit abzugeben.“ engel ist gleich mensch Jetzt verstehe ich. Und selten hat mir jemand den Begriff des Engels so plausibel erklärt. Und – wiederum lachend an den Rot-Kreuzler gerichtet – meint der Künstler: „Ja, und manchmal sind diese Engel schon in Weiß gekleidet und tragen ein Rotes Kreuz!“ Danke für die Blumen, aber Engel bin ich nun wirklich keiner, nur weil ich etwas Zeit beim Roten Kreuz verbringe. Oder doch? Also – ganz nüchtern und ohne Pathos des Lebensretters – ein schöner Gedanke ist das schon. In die Rot-Kreuz-Uniform zu schlüpfen und Engel auf Zeit zu sein. die eigene Gedankenwelt Die Rettungssemmel – der Künstler verzeihe mir, ich bleib dabei – habe ich lange betrachtet. Zeit, die mir geschenkt wurde, um über den Sinn hinter meinem Hobby beim Roten Kreuz zu blicken. Und die eigenen Betrachtungen waren schlussendlich noch spannender als jene von Klaus Weninger. Eine Semmel, wenn sie ganz frisch ist, lässt sie sich leicht teilen, ist zerbrechlich und leicht zu zerstören. Aber nach einer gewissen Zeit hart und recht robust. Hat mich mancher Einsatz, die Zeit beim Roten Kreuz hart und robust gemacht? Manchmal schon, nicht immer, aber immer öfter. Und wirklich wollen will ich das nicht. Die Hülle rund um die Semmel, die Verpackung der eigenen Verletzlichkeit durch den Verbandsstoff – kann das die Uniform für mich sein? In gewissem Maße schon, unter dem Zeichen des Roten Kreuzes fühle ich mich geborgen. Ist es jetzt eine „Rettungssemmel“ oder hat der Künstler mehr auf die Symbolik des fünfteiligen Sternes des „Lebens-Mittels“ abgezielt? Das dynamische Sternsymbol steht u. a. für Bewegung und Entwicklung. Auch das Rote Kreuz hat in seinen Grundsätzen diese Ideen verankert. Anderen zu helfen, sein Leben und seine Zeit zu teilen . . . Für mich ist sein Werk jedenfalls gelungen. Jeder kann in seinem Leben Bereiche finden, in denen er sein „LEBENS-MITTEL“ teilen kann. Bei mir ist es ein Verein geworden – das Rote Kreuz. e.spreng@roteskreuz-schwaz.at
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